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Seit über 20 Jahren wird der Schweiz die „Krise des Wohlfahrtstaates“ diagnostiziert

In der Mitte des 20. Jahrhunderts galten in der Schweiz selbst mittlere Einkommen noch als prekäre wirtschaftliche Existenzgrundlage. Vier Jahrzehnte später, in den 1990er Jahren, erfreuten sich um die 40 Prozent der Bevölkerung eines Wohlstands, der vorher nur 4 bis 10 Prozent vergönnt war. 

Trotz dieser Entwicklung diagnostizierten kritische Zeitgenossen eine „Krise des Wohlfahrtsstaates“ mit folgenden Hinweisen:

 

·         Die bestehenden Institutionen der sozialen Sicherheit arbeiten ineffizient.

·         Es besteht Ungewissheit, inwieweit die staatliche Sozialpolitik soziale Ungleichheiten vermindern konnte und kann.

·         Die Konsequenzen für Steuerzahler und Zahler von Beiträgen an die Sozialversicherung zur Aufrechterhaltung des jetzigen Standes der sozialen Sicherheit sind zu hoch.

·         Die Schwierigkeiten der Anpassung der Strukturen der sozialen Sicherheit an geänderte Bedürfnisse und Prioritäten sind zu gross.

·         Die Systeme der sozialen Sicherheit schwächen das wirtschaftliche Leistungsvermögen.

·         Die zunehmende Überalterung führt zu einer grösseren Belastung der Sozialversicherung, vor allem im Bereich der Altersvorsorge und des Gesundheitswesens.

 

Es sind, wie unschwer zu erkennen ist, die gleichen Hinweise wie sie auch heute die Debatte rund um das System der sozialen Sicherheit in der Schweiz begleiten.

 

(Die sechs Hinweise sind einem Referat entnommen, das der St. Galler Professor Hans Schmid 1993 an der 54. Jahresversammlung der Konferenz der kantonalen Fürsorgedirektoren gehalten hat.)

 

(aufgeschaltet im März 2015)