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Was sich bei der 2. Säule seit 2006 wie verändert hat

Zwischen 2006 und 2015 hat sich die Zahl der aktiven Versicherten der beruflichen Vorsorge (2. Säule) um 635'966 Personen oder 19 Prozent auf 4,1 Milliarden erhöht, während jene der Leistungbeziehenden um 204'536 oder 22 Prozent  auf 1,1 Milliarden gestiegen ist; im gleichen Zeitrahmen haben sich die Beiträge und Einlagen um 15 Milliarden Franken oder 40 Prozent auf 53 Milliarden Franken erhöht, während die Leistungsbezüge um 8,3 Milliarden Franken oder 32 Prozent auf 34,2  Milliarden Franken gewachsen sind.

BV 2. Säule und die Deckungsgrade

Das 2. Säule-Kapitalpolster hat in einem Jahrzehnt um 203,7 Milliarden Franken oder 35 Prozent auf die neue Rekordhöhe von 787 Milliarden Franken zugenommen (ohne die Aktiven aus Versicherungsverträgen von rund 100 Milliarden Franken). Vom gesamten Kapitalpolster entfallen etwa zwei Drittel auf das Obligatorium und ein Drittel auf das Überobligatorium.

 

Der von faktuell.ch zusammengestellte 10-Jahres-Vergleich zeigt zwei «Unregelmässigkeiten», nämlich: Von 2008 auf 2009 ist die Zahl der Leistungsbeziehenden gestiegen, jene der aktiven Versicherten gesunken; und von 2013 auf 2014 ist die Zahl der Leistungsbeziehenden gesunken, jene der aktiven Versicherten gestiegen. Die Vergleichszahlen im Überblick (gemäss Bundesamt für Statistik/BFS):

 

  •  Von 2006 auf 2007 nahmen die aktiven Versicherten um 113'720 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 11'836;
  • Von 2007 auf 2008 nahmen die aktiven Versicherten um 106'413 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 30'617;
  • Von 2008 auf 2009 nahm die Zahl der aktiven Versicherten um 8644 Personen ab, jene der Leistungsbeziehenden um 26'350 zu;
  • Von 2009 auf 2010 nahmen die aktiven Versicherten um 52'705 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 17'667;
  • Von 2010 auf 2011 nahmen die aktiven Versicherten um 91'218 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 24'461;
  • Von 2011 auf 2012 nahmen die aktiven Versicherten um 71'540 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 26'197;
  • Von 2012 auf 2013 nahmen die aktiven Versicherten um 73'384 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 26'197;
  • Von 2013 auf 2014 nahmen die aktiven Versicherten um 67'890 Personen zu, die Zahl der Leistungsbeziehenden nahm um 18'771 Personen ab;
  • Von 2014 auf 2015 nahmen die aktiven Versicherten um 67'740 Personen zu, die Leistungsbeziehenden um 59'713.

 

 

Die Zahl der aktiven Versicherten hat im vergangenen Jahr um 67'740 auf 4'067’817 zugenommen, nachdem 2014 die 4-Milliarden-Marke erstmals übertroffen worden war. Die Zahl der Leistungsbeziehenden ist um 59’713 Personen auf 1'134'454'000 gestiegen. 2015 sind Leistungen in der Höhe von 34,2 Mrd. Franken ausgezahlt worden, 649 Mio. Franken mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Von 2013 auf 2014 waren es 1,042 Mrd. Franken, obschon die Zahl der Leistungsbeziehenden sich im gleichen Zeitraum um 18'771 Personen auf 1'074'741 gar verringert hatte (!).

 

803'900 Pensionierte bezogen 2015 eine Altersrente in der Höhe von insgesamt 21,1 Mrd. Franken, im Vorjahr waren es 775’266 Pensionierte mit total 20,8 Mrd. Franken. Wie im Vorjahr etwas mehr als 36'000 Personen verlangten bei der Pensionierung für total 6,2 Mrd. Franken Kapitalleistung oder Teilkapitalleistung.  Der Durchschnittsbetrag der Kapitalbezüge hat sich im vergangenen Jahr wiederum leicht erhöht: Er stieg von 168'169 auf 170'611 Franken.

 

«Abgestürzt» ist 2015 das Nettoergebnis der Vermögensanlagen: 6,5 Mrd. Franken im Vergleich zu 51,4 Mrd. Franken im Vorjahr. Die Wertschwankungsreserven nahmen vergleichsweise sanft von 66 auf 57 Mrd. Franken ab. Und die Unterdeckung der Vorsorgeeinrichtungen konnte insgesamt (öffentlich-rechtliche und private zusammen) sogar erneut abgebaut werden: von 29 auf 28,6 Mrd. Franken. Während sich die Unterdeckung bei den privaten Vorsorgeeinrichtungen von 1,2 auf 1,5 Mrd. Franken leicht erhöhte, sank sie bei den öffentlich-rechtlichen von 27,9 auf 27,1 Mrd. Franken.

 

 

Soweit Auszüge aus der provisorischen Pensionskassenstatistik 2015, die sich mit den im Mai dieses Jahres von der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) publik gemachten Ergebnissen weitgehend decken. Damit dürfte sich an der vor Jahresfrist erhobenen Aufstellung der diversen Deckungsgrade nicht allzu viel geändert haben. Hier die Ergebnisse per Ende 2014, soweit sie vom Bundesamt für Statistik erhoben werden konnten:

 

  • 0,6% der Kassen mit 0,2% der aktiven Versicherten haben einen Deckungsgrad unter 90 %.
  • 2,5 % der Kassen mit 6,4 % der Versicherten weisen einen Deckungsgrad zwischen 90 und 100 % auf.
  • 25,4 % der Kassen, die 32,9 Prozent der Versicherten vertreten, haben einen Deckungsgrad von 100 bis 110 %.
  • 43,4 % der Kassen mit 48,6 % der aktiven Versicherten weisen einen Deckungsgrad von 110 % bis 120 % aus.
  • 19,3 % der Kassen, die 10,2 % der aktiven Versicherten zählen, haben mit einem Deckungsgrad von 120% bis 130 % abgeschlossen.
  • Die «Krone» geht an jene 126 Pensionskassen, d.h. 8,8 % der Vorsorgeeinrichtungen, die 1,7 % der aktiven Versicherten (42'024 Personen) vertreten, die einen Deckungsgrad von über 130 % aufweisen.

 

 Last but not least:  Die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen mit reglementarischen Leistungen und aktiven Versicherten ist 2015 erneut gesunken: um 86 auf 1780 Vorsorgeeinrichtungen; vor zehn Jahren zählte man noch deren 2'669.