Schreibt  die AHV 2016 wieder schwarze Zahlen?

Die Prognosen sind zappenduster, aber die Realität sieht zumindest gegenwärtig freundlicher aus: Stand Ende September 2016 verzeichnet die AHV ein leicht positives Betriebsergebnis (knapp 200'000 Franken) – dank einem vorläufigen Anlageergebnis von 1,2 Milliarden Franken. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr leuchtete das Anlageergebnis bereits brandrot mit einem Minus von 1,3 Milliarden Franken! Ein Blick in die laufende Betriebsrechnung der Tresorerie der Zentralen Ausgleichsstelle (ZAS).

Der AHV-Finanzhaushalt rechnet 2016 mit einem Defizit von rund 400 Millionen Franken bei einem angenommenen Anlageertrag von 841 Millionen Franken. In den folgenden Jahren sollen die Anlageerträge Jahr für Jahr grösser und das Betriebsergebnis gleichzeitig Jahr für Jahr schlechter werden, ehe es 2019 mit einem Minus von 1,4 Milliarden Franken tief ins Milliarden-Defizit rutscht, trotz einem angenommenen Anlageerfolg von 1,2 Milliarden Franken.

 

2016 sieht zwar das Anlage-Zwischenergebnis gut aus, die Zunahme der ordentlichen Renten aber weniger: Um rund 600 Millionen Franken sind sie in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

 

 

Jahre, in denen die Ausgaben der AHV höher ausfielen als ihre Einnahmen, gab es in den 1960er-, den 1970er-, den 1980er- und den 1990er-Jahren häufig, zusammengezählt bis 2015 genau 22mal. Meist wurden die Rechnungssaldi, so wie zuletzt 2014, durch gute Kapitalanlagen vom roten in den schwarzen Bereich gedreht; es kam aber auch vor, dass die AHV einschliesslich Erlös aus der Kapitalanlage in die roten Zahlen rutschte. Das schlechteste Umlageergebnis setzte es 1998 mit einem Verlust von 2,357 Milliarden Franken ab (Saldo ohne Anlageergebnis) bzw. 1,394 Milliarden Franken (Saldo inkl. Anlageergebnis).

 

 

Fazit: Noch stehen 2016 drei Monate aus, aber wenn man die Entwicklung in den einzelnen Monaten des Jahres mit jenen des Vorjahres vergleicht, ist Zuversicht angesagt. Auch eine Fussnote wert: Die im Vorjahr «geprügelten» Broker des AHV-Fonds scheinen für weniger «Gage» ein besseres Ergebnis als im Vorjahr zu erzielen.