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Im freundeidgenössischen NFA steckt viel Ausländer

Die NFA-Geber-Kantone haben die grössten Ausländeranteile: 5 der 7 Geber-Kantone des Nationalen Finanzausgleichs (NFA) führen die Liste der Kantone mit den grössten Ausländeranteilen pro Kopf der Bevölkerung an.

1,6 Milliarden Franken haben die sieben Geber-Kantone Zürich, Genf, Zug, Schwyz, Basel-Stadt, Nidwalden und Waadt 2016 in den Topf «Ressourcenausgleich» des Nationalen Finanzausgleichs (NFA) ausgerichtet.  Eine knappe halbe Milliarde oder etwas weniger als ein Drittel davon könnten gemessen an ihren Bevölkerungsanteilen Ausländer beigesteuert haben.

 

 

Aus den jährlich publizierten «Kantonsporträts» des Bundesamtes für Statistik (BfS) geht hervor: Mit einem Ausländeranteil von 40,7 (2015: 40,4) Prozent liegt der Kanton Genf an der Spitze, gefolgt von Basel-Stadt mit 35,2 (34,3) Prozent und Waadt mit 33,5 (32,8) Prozent. Zürich und Zug, die Nummer 1 und 3 unter den Geber-Kantonen, weisen Ausländeranteile von 26,1 (25,4) bzw. 27,0 (25,9) Prozent aus. Nicht in dieser Spitzengruppe sind die Geber-Kantone Schwyz und Nidwalden, deren Ausländeranteil mit 20,2 (Schwyz) bzw. 13,9 (Nidwalden) Prozent deutlich unter dem schweizerischen Mittel von 24,6 Prozent liegt.

 

 

Der mit über einer Milliarde Franken grösste Nehmer-Kanton, der Kanton Bern, zählt mit 15,5 Prozent zu den Kantonen mit den geringsten Ausländeranteilen, ebenso wie mit 14,3 Prozent auch der Kanton Jura, der pro Kopf der Bevölkerung am meisten von den Geber-Kantonen profitiert.

 

 

Mit Abstand den geringsten Ausländeranteil weisen die Nehmer-Kantone Appenzell Innerrhoden 10,9 (10,5) Prozent und Uri 11,5 (11,1) Prozent auf.

 

 

Die „Kantonsporträts“ des BfS erlauben auch einen Blick auf die Altersdurchmischung in den 26 Schweizer Kantonen. Mit einem Bevölkerungsanteil von 15,0 (14,6) Prozent am wenigsten Senioren, also 65-Jährige und älter, leben im Nehmer-Kanton Freiburg. Die Geber-Kantone Waadt mit 16,3 (16,1) Prozent und Zug mit 16,4 (16,0) Prozent folgen, dicht bedrängt vom Geber-Kanton Genf (16,5 Prozent), der sich punkto Altersdurchmischung neu vor den Geber-Kanton Schwyz (16,8 Prozent) geschoben hat. Der schweizerische Durchschnitt an 65-Jährigen und älteren macht 18,0 (17,6) Prozent aus.

 

 

Weit über dem schweizerischen Durchschnitt an der Spitze liegt der frühere Geber-Kanton Tessin mit einem Senioren-Anteil von 21,8 Prozent.

 

 

Den grössten Jungen-Anteil bis 19-Jährige weist ebenfalls der Nehmer-Kanton Freiburg mit 22,8 (23,3) Prozent aus, gefolgt vom Geber-Kanton Waadt mit 22,1 (22,3) Prozent und dem Nehmer-Kanton Appenzell Innerrhoden mit 22,1 (22,9) Prozent. Gesamtschweizerische beträgt der Jungen-Anteil 20,1 (20,3) Prozent.

 

Die Geber-Kantone Zürich 63,5 (63,1) Prozent, Zug 63,4 (63,6) Prozent und Schwyz 63,2 (63,4) Prozent haben die grössten Anteile bei den 20- bis 64-Jährigen. Der schweizerische Durchschnitt beträgt hier neu 61,9 (62,1) Prozent.

 

 

Nachtrag I: Der Kanton Uri, der zusammen mit dem Geber-Kanton mit Abstand die geringste Arbeitslosenquote und Sozialhilfequote aufweist (etwa 1 Prozent), hat gleichzeitig zusammen mit dem Kanton Jura mit je 30,5 Prozent den grössten Anteil an Bürgern ohne nachobligatorische Ausbildung.

 

Nachtrag II: Zürich, grösster NFA-Geber-Kanton, hat mit 17,4 Prozent den grössten Anteil an den schweizweit rund 265'000 Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Der Geber-Kanton Waadt belegt in dieser Rangliste mit 13,7 Prozent den dritten Platz. Dazwischen schiebt sich mit 16,1 Prozent der grösste NFA-Nehmer-Kanton: der Kanton Bern. Und auf Platz vier folgt wieder einer der grossen NFA-Geber-Kantone, nämlich der Kanton Genf mit 10 Prozent.

 

Fazit: Der Kanton Zürich, der rund um den NFA viel von sich reden macht, gibt viel nach innen wie nach aussen: Von den 516 Millionen Franken, die Zürich 2016 in den NFA-Ressourcenausgleich überwies, waren – immer gemessen am Ausländeranteil – 134 Millionen ausländisches Steuergeld; dennoch reichen die Einnahmen auch für eine im Schweizer Vergleich grosszügige Ausrichtung der Sozialhilfe: im Durchschnitt 11'002 Franken pro Empfänger/in. Gleichsam zum Schweizer Vorzeige-Kanton mausert sich zumindest punkto Altersdurchmischung der Kanton Freiburg: am meisten Junge, am wenigsten Senioren; gleichzeitig richtet Freiburg schweizweit die durchschnittlich geringste Sozialhilfe pro Empfänger/in aus: 5'983 Franken – gerademal halb so viel wie der Stadtkanton Basel mit durchschnittlich 12'018 Franken, schweizweit am meisten und mithin das sich hartnäckig haltende Daig-Cliché von «Me git niit» Lügen strafend…aber anderseits, könnte man einwenden, gibt sich fremdes Geld auch leichter aus.