· 

Erstes Anlagehalbjahr 2018: SNB «hui», Compenswiss «pfui»

Während die Schweizerische Nationalbank (SNB) das erste Halbjahr 2018 mit einem Gewinn von 5,1 Milliarden Franken abschloss, verzeichnete die Anlage der AHV-, IV- und EO-Gelder durch den Ausgleichsfonds Compenswiss bis Ende Juni einen Anlageverlust von 445 Millionen Franken (nur AHV: 389 Millionen). Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres notierte die Fondsanlage von Compenswiss einen Gewinn von über einer Milliarde Franken (nur AHV: 870 Millionen).

 

Allein auf die AHV bezogen, rechnen die Annahmen das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) für 2018 mit Einnahmen von 43,1 und Ausgaben von 44,1 Milliarden Franken, was zu einem negativen Umlageergebnis von rund einer Milliarde führen würde. Da das BSV gleichzeitig von einem Anlagegewinn von rund 0,9 Milliarden ausgeht, ergäbe sich im Betriebsergebnis ein bescheidener Verlust von rund 120 Millionen.

 

Doch so rosig nimmt sich das AHV-Jahr 2018 nach Lage der Dinge nicht aus.

 

Rechnet man das Halbjahresergebnis der AHV hoch, ergibt sich folgendes Bild: Zu erwarten ist bei Einnahmen von 42,9 und Ausgaben von 43,8 Milliarden Franken ein negatives Umlageergebnis von 0,9 Milliarden Franken, wie vom BSV mehr oder weniger in dieser Grössenordnung prognostiziert. Hingegen sieht es vorerst kaum nach einem Anlagegewinn aus, der die AHV-Rechnung wieder in den schwarzen Bereich führen würde. Vielmehr scheinen die Fondsverwalter 2018 alles andere als eine glückliche Hand zu haben – bei gleichzeitig im Vergleich mit der Vorjahresperiode massiv gestiegenen externen Managementgebühren.

 

Bewegt sich in der Fondsanlage nicht noch Wesentliches, ist bis Ende Jahr gar mit einem der schlechtesten AHV-Betriebsjahre seit dem Krisenjahr 2008 zu rechnen.

 

Apropos demografische Entwicklung: Die AHV hat für Renten im ersten Halbjahr 2018 genau 377 Millionen mehr ausgegeben als in der Vorjahresperiode; gleichzeitig hat sie aber auch Mehreinnahmen aus den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge von 293 Millionen verzeichnet. Daraus ergibt sich unter dem Strich ein allein der demografischen Entwicklung geschuldeter Mehraufwand von 84 Millionen Franken.