Beiträge zu Facts & Figures

Die Demografiekeule zeigt erste Abnützungserscheinungen

Die Bevölkerungswissenschaft hat das Potenzial, mit ihren statistischen Prognosen Angst und Schrecken zu verbreiten. Wann immer die künftige Finanzierbarkeit der Sozialversicherungen debattiert wird, ersetzt der Griff zur „Demografie-Keule“ das pragmatische Denken. Dabei gehen die positiven Entwicklungen im Umfeld der Sozialversicherungspalette gänzlich unter - zum Beispiel, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Mann und Frau in der Schweiz den Höhepunkt erreicht, vielleicht sogar überschritten haben könnte.

Demografiekeule

Vor nicht allzu langer Zeit hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) eingeräumt, dass die „wissenschaftlichen“ Finanzperspektiven der vergangenen Jahre „die finanzielle Lage der AHV in der Tendenz zu pessimistisch einschätzten“. Einer der Gründe: Die AHV-pflichtigen Durchschnittslöhne haben sich stärker entwickelt als der Schweizerische Lohnindex. Ein anderer Grund: Nicht nur die Löhne der vorhandenen Stellen steigen, sondern der Strukturwandel der Wirtschaft führt auch zu produktiveren und besser bezahlten Stellen, was die Einnahmen der Sozialversicherungen ebenfalls verbessert.

 

Selbstverständlich hat auch der Zuzug und Wegzug von Arbeitskräften Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherungen. Ein hoher Wanderungssaldo wirkt dämpfend auf den Altersquotienten, auf das Verhältnis zwischen Rentenberechtigten und Aktiven. Auch hier haben sich die Annahmen der Experten wiederholt als falsch herausgestellt: Erst liessen sie sich von der Annahme leiten, dass sich der Wanderungssaldo bis im Jahr 2030 auf der Höhe von 15‘000 Personen einpendeln würde. Dann, aufgrund der Entwicklung in den Jahren 2000 bis 2009 mit einem Wanderungssaldo von durchschnittlich 52‘000 Personen, hat das BSV seine Annahme korrigiert – neu soll sich der Wanderungssaldo bis 2030 bei jährlich 40‘000 einpendeln. Doch die Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt ein anderes Bild: Von 2009 bis 2014 betrug der Wanderungssaldo durchschnittlich 74‘000 Personen – gegen 25‘000 mehr als erwartet, mithin ein für die Einnahmen der AHV günstiges Signal.

 

Nur am Rande sei vermerkt, dass der positive Wanderungssaldo leicht getrübt wird, weil in den letzten sechs Jahren die Schweizer zahlreicher ausgewandert als wieder zurückgekommen sind. Der negative Wanderungssaldo der Schweiz macht in den Jahren 2009 bis 2014 jährlich rund 4000 Personen aus. Betrachtet man die Staatsangehörigkeit der auf 8,2 Millionen Personen gewachsenen Schweiz, so hat daneben nur ein Land, nämlich Kroatien, einen negativen Wanderungssaldo ausgewiesen (2010 und 2013).

 

Und auch der Nachwuchs stellt sich wieder zahlreicher ein: Mit 86‘559 Lebendgeborenen verzeichnen die Geburtenabteilungen 2015 eines der besten Ergebnisse in den letzten 45 Jahren, genauer: nur fünfmal gab es mehr Lebendgeburten. Dabei hat sich das Verhältnis zwischen Schweizer und ausländischem Nachwuchs nicht gross verändert: Auf drei Schweizer Babys kommt ein ausländisches.

 

Dem „Geburtenboom“ steht eine in den letzten Jahren mit 62-63‘000 Toten fast unveränderte Sterblichkeit gegenüber, was im Jahr 2014 einen rekordhohen „Geburtenüberschuss“ von 21‘349 ergab. 2015 ist sowohl die Zahl der Geburten gestiegen (86'559) wie auch jene der Todesfälle (67'606), der "Geburtenüberschuss" unter dem Strich mithin etwas kleiner  (18'953) als vor Jahresfrist.

 

Bemerkenswert ist auch, wie kräftig sich das Durchschnittsalter der Mütter in den letzten 45 Jahren verändert hat. 2015 ist es erneut um einen Zehntel auf 31,8 Jahre gestiegen.  Und der Trend zu "alten" Müttern bestätigt sich weiter: Im vergangenen Jahr waren 31,2 Prozent der Frauen bei der Geburt ihrer Kinder 34jährig oder älter, 38,1 Prozent 30- bis 34jährig. Diese grossen Veränderungen zeichnen sich seit dem Jahr 2000 ab. Damals haben die 30- bis 34jährigen die 25- bis 29jährigen anteilmässig an der Spitze abgelöst . Inzwischen sind selbst die Mütter im Alter von 34 Jahren und mehr deutlich zahlreicher als jene im Alter von 25 bis 29 Jahren. Die Mütter im Alter von 25 Jahren und jünger, die 1970 mit 33,1 Prozent den zweitgrössten Anteil ausmachten, sind 2015 noch auf einen Antei von 7,2 Prozent gekommen.

 

Viele für die nachhaltige Finanzierung der Sozialversicherungen positiven Nachrichten werden jetzt noch getopt: Das BFS hat – von den Medien weitgehend unbeachtet – zum 14. Mal seine Bildungsperspektiven in drei Szenarien für die Jahre 2015 bis 2025 veröffentlicht. Dabei führte die Aktualisierung des mittleren Szenarios zur Bevölkerungsentwicklung zu einer deutlichen Revision nach oben, und zwar sowohl der Geburtenzahl als auch der Anzahl Kinder, die in den kommenden Jahren ihre Schulzeit beginnen werden.

 

Die neuen Szenarien bestätigen, dass der seit zehn Jahren anhaltende Rückgang der „Lernenden-Bestände“ der gesamten obligatorischen Schule beendet ist und sich für das nächste Jahrzehnt bereits ein Anstieg abzeichnet. Gemäss dem Referenzszenario nimmt die Gesamtzahl der Lernenden der obligatorischen Schule (2013: 704‘000) wieder zu und dürften bis 2024 insgesamt 800‘000 Schüler umfassen. Und aufgrund der Geburtenzunahme in den letzten zehn Jahren, die sich in den nächsten Jahren fortsetzen dürfte, geht das BFS davon aus, dass auf Vorschulstufe die seit 2017 gewachsenen „Bestände“ (2013: 162‘000) weiter zunehmen, von 2014 bis 2024 um 14 Prozent auf 190‘000.

 

Zu guter Letzt kommt auch noch das in der Sozialpolitik oft und gern eingesetzte demografische "Killerargument" ins Wanken, wonach die Menschen immer älter werden: Zum ersten Mal seit über 20 Jahren ist die statistische Lebenserwartung, wie sie das BFS jährlich publiziert, rückläufig: für 2015 geborene Frauen sinkt die Lebenserwartung um 0,3 auf 84,9 Jahre, für 2015 geborene Männer ebenfalls um 0,3 auf 80,7 Jahre.

 

Ähnliches wird aus den USA berichtet. Zum ersten Mal seit 1993 ist 2015 gemäss einer neuen Studie die Lebenserwartung bei der Geburt im Durchschnitt der gesamten Bevölkerung der USA gesunken, berichtete unlängst die "NZZ".

 

Eine Zufälligkeit oder mehr? Ist der Höhepunkt der durchschnittlichen Langlebigkeit erreicht oder gar schon überschritten? Noch scheinen die Gründe für den Rückgang der Lebenserwartung bei der Geburt im letzten Jahr nicht klar. Immerhin müsste all jenen, die in den Gazetten das grosse Wort über die ständig steigende Lebenserwartung führen, etwa zu denken geben: Auffällig ist in der amerikanischen Studie, dass die fallende Kurve der Sterberate bei sämtlichen wichtigen Bevölkerungsgruppe bereits seit einigen Jahren abflacht. (veröffentlicht am 16.12.2016)

 


Corona im 7-Jahres-Vergleich: Die Fakten werden wissenschaftlichen Annahmen geopfert

 

Ohne Verfassungsgrundlage diktiert der Bundesrat, unterstützt von einer selbsternannten wissenschaftlichen Taskforce, nach Lust und Laune seit 36 Wochen ohne Not Einschränkungen der Bürgerrechte wie sie seit dem Zweiten Weltkrieg einzigartig sind. Wie harmlos Covid 19 und seine Mutanten in Wahrheit geworden sind, belegen seit dem 1. Februar 2021 die wöchentlich erhoben absoluten Todesfallzahlen. 2021 verzeichnet die Schweiz trotz Corona eine Untersterblichkeit – d.h. es sterben erheblich weniger Menschen als zum Beispiel in einem Jahr mit normalen Grippeauswirkungen.  

 

 

Die Statistik der absoluten Todesfälle gibt ein verlässliches Bild darüber, wie die Corona-Opfer die Zahl der Todesfälle beeinflussen. So zeigten sich 2020 auf dem Höhepunkt von Covid während etwa zwei Monaten wöchentliche Abweichungen der «Todesfall-Frequenz» von bis zu 800 Todesfällen, d.h. zusätzlichen, von der langjährigen Statistik abweichenden Todesfällen. Ähnliche Ausschläge gab es zuletzt im schweren Grippe-Jahr 2015. Die absoluten Todesfallzahlen 2021 belegen im 7-Jahres-Vergleich, dass die wissenschaftlichen Annahmen/Prognosen der selbsternannten Taskforce des Bundesrates zur Covid 19-Entwicklung einfach immer nur daneben lagen. Begründung eines inzwischen zurückgetretenen Taskforce-Mitgliedes: Man habe bei den Analysen den Faktor Mensch unterschätzt.

 

Hier die jüngsten vom Bundesamt für Statistik wöchentlich publizierten und von uns seit Jahresbeginn addierten Todesfälle von Personen mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz und zusätzlich der Todesfälle von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die sich im Ausland ereignet haben. Grundlage des 7-Jahresvergleichs ist der Zeitraum vom 29. Dezember 2014 bis 10. Oktober 2021, kurz: bis Woche 40.

 

2021: 51’320 absolute Todesfälle

 

2020: 52’227

 

2019: 51’758

 

2018: 51’411

 

2017: 51’003

 

2016: 48’765

 

2015: 52’662

 

 

 

Aufgelistet nach fünf Altersgruppen

 

0 bis 19 Jahre

 

2021: 330 absolute Todesfälle; 2020: 386; 2019: 359; 2018: 359; 2017: 361; 2016: 373 und 2015: 404.

 

 

 

20 bis 39 Jahre

 

2021: 595 absolute Todesfälle; 2020: 667; 2019: 608; 2018: 625; 2017: 654; 2016: 652 und 2015: 661.

 

 

 

40 bis 64 Jahre

 

2021: 5'442 absolute Todesfälle; 2020: 5’460; 2019: 5'433; 2018: 5'737; 2017: 5'594; 2016: 5'602 und 2015: 5'898.

 

 

 

65 bis 79 Jahre

 

2021: 13’297 absolute Todesfälle; 2020: 13'039; 2019: 13’084; 2018: 12'828; 2017: 12'651; 2016: 12’158 und 2015: 13’043.

 

 

 

80 Jahre und älter

 

2021: 31’656 absolute Todesfälle; 2020: 32’675; 2019: 32’274; 2018: 31’862; 2017: 31’743; 2016: 29'980 und 2015: 32’656.

 

CF

 

7-Jahres-Vergleich: Ist ein Leben ohne Maske noch vorstellbar?

 

Immer mehr zeigt sich, was die Folge der ständigen Dramatisierung der Corona-Lage ist: Ein stattlicher Teil, vielleicht die Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz unterstützt, für selbstbewusste kritische Demokraten eher ungewöhnlich, die vom Bundesrat verordneten Einschränkungen der bürgerlichen Grundrechte. Ja, viele haben sich inzwischen so sehr an die Maske gewöhnt, dass ihnen ein Leben ohne Maske Angst offenkundig Angst macht. Zu gross scheint ihnen die Ansteckungsgefahr, die vom Corona-Virus ausgeht – obschon der «Angst-Treiber», nämlich die Todesfälle, die in irgendeiner Art dem Virus zugeschrieben werden und die sogenannten wissenschaftlichen Annahmen stützen sollen, längst auf normales Grippe-Niveau zurückgegangen sind.

 

 

Die Statistik der absoluten Todesfälle gibt ein verlässliches Bild darüber, wie die Corona-Opfer die Zahl der Todesfälle beeinflussen. So zeigten sich 2020 auf dem Höhepunkt von Covid während etwa zwei Monaten wöchentliche Abweichungen der «Todesfall-Frequenz» von bis zu 800 Todesfällen, d.h. zusätzlichen, von der langjährigen Statistik abweichenden Todesfällen. Ähnliche Ausschläge gab es zuletzt im schweren Grippe-Jahr 2015.

 

Hier die jüngsten vom Bundesamt für Statistik wöchentlich publizierten und von uns seit Jahresbeginn addierten Todesfälle von Personen mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz und zusätzlich der Todesfälle von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die sich im Ausland ereignet haben. Grundlage des 7-Jahresvergleichs ist der Zeitraum vom 29. Dezember 2014 bis 3. Oktober 2021.

 

2021: 50'111 absolute Todesfälle

 

2020: 50’984

 

2019: 50’524

 

2018: 50’186

 

2017: 49’708

 

2016: 47’479

 

2015: 51’427

 

 

 

Aufgelistet nach fünf Altersgruppen

 

0 bis 19 Jahre

 

2021: 319 absolute Todesfälle; 2020: 376; 2019: 352; 2018: 351; 2017: 356; 2016: 356 und 2015: 387.

 

 

 

20 bis 39 Jahre

 

2021: 579 absolute Todesfälle; 2020: 649; 2019: 592; 2018: 610; 2017: 632; 2016: 635 und 2015: 645.

 

 

 

40 bis 64 Jahre

 

2021: 5’311 absolute Todesfälle; 2020: 5’327; 2019: 5'292; 2018: 5'585; 2017: 5'448; 2016: 5'446 und 2015: 5'740.

 

 

 

65 bis 79 Jahre

 

2021: 12'966 absolute Todesfälle; 2020: 12'697: 2019: 12'755; 2018: 12'524; 2017: 12'324; 2016: 11'851 und 2015: 12'737.

 

 

 

80 Jahre und älter

 

2021: 30'936 absolute Todesfälle; 2020: 31'935; 2019: 31'533; 2018: 31'116; 2017: 30'948; 2016: 29'191 und 2015: 31'918.

CF

 

7-Jahres-Vergleich: Corona? War da was?

 

Noch 14 Wochen bis zum Jahresende und immer noch gilt allen Dramatisierungsannahmen widersprechend: Weniger absolute Todesfälle als in diesem Jahr gab es in der Zeitspanne 29. Dezember 2014 bis 26. September 2021 bis zu diesem Zeitpunkt nur zweimal (2017 und 2016). Mithin werden in der Schweiz seit 38 Wochen zahlreiche Grundrechte eingeschränkt, ohne dass sich die ausserordentliche Gefährlichkeit von Corona in der Zahl der absoluten Todesfälle spiegeln würde – im Gegenteil: 2021 wird, wenn es so weitergeht, mit einer «Untersterblichkeit» enden.

 

 

Die Todesfälle werden täglich den Zivilstandsämtern gemeldet und dem Bundesamt für Statistik im Rahmen der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung mitgeteilt. Der Melde- und Verarbeitungsprozess dauert in der Regel neun Tage und führt, das Jahr 2021 betreffend, jeweils zu leichten Korrekturen. Die Referenzbevölkerung ist die ständige Wohnbevölkerung, d.h. die Personen mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz. Todesfälle von Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, die sich im Ausland ereignet haben, werden ebenfalls gezählt.

 

 

Die absoluten Todesfälle geben ein verlässliches Bild davon, welchen allfälligen Einfluss die Zahl der Corona-Opfer auf Abweichungen haben. So zeigten sich 2020 auf dem Höhepunkt von Covid während etwa zwei Monaten wöchentliche Abweichungen von bis zu 800 Todesfällen, d.h. zusätzlichen, von der gewöhnlichen «Grippe-Norm» abweichenden Todesfällen. Hier die jüngsten vom Bundesamt für Statistik wöchentlich publizierten und von uns seit Jahresbeginn addierten Todesfälle für den Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 19. September 2021:

 

2021: 48'808 absolute Todesfälle

 

2020: 49’729

 

2019: 49’287

 

2018: 48’974

 

2017: 48’465

 

2016: 46’267

 

2015: 50’239

 

 

 

0 bis 19 Jahre

 

2021: 310 absolute Todesfälle; 2020: 360; 2019: 341; 2018: 340; 2017: 348; 2016: 348 und 2015: 374.

 

Fazit: Weiterhin nichts Neues. 2021 weist unter Corona-Bedingungen schweizweit am wenigsten absolute Todesfälle 2015 auf.

 

 

 

20 bis 39 Jahre

 

2021: 560 absolute Todesfälle; 2020: 631; 2019: 579; 2018: 597; 2017: 614; 2016: 620 und 2015: 629.

 

Fazit: Weiterhin nichts Neues. 2021 weist unter Corona-Bedingungen schweizweit am wenigsten absolute Todesfälle auf.

 

 

 

40 bis 64 Jahre

 

2021: 5'161 absolute Todesfälle; 2020: 5'179; 2019: 5’152; 2018: 5'436; 2017: 5'307; 2016: 5'297 und 5'620.

 

Fazit: 2019 gab es zu diesem Zeitpunkt im Total 9 absolute Todesfälle weniger als 2021, ansonsten gilt weiterhin:  2021 weist unter Corona-Bedingungen am wenigsten absolute Todesfälle seit 2015 auf.

 

 

 

65 bis 79 Jahre

 

2021: 12'624 absolute Todesfälle; 2020: 12'391; 2019: 12'452; 2018: 12’207; 2017: 12’004; 2016: 11'522 und 2015: 12'425.

 

Fazit: Nichts Neues im Vergleich zur Vorwoche. Diese Altersgruppe, die eine sehr hohe Impfquote aufweist, verzeichnet bisher 2021 unter Corona-Bedingungen am meisten absolute Todesfälle seit 2015.

 

 

 

80 Jahre und älter

 

2021: 30’153 absolute Todesfälle; 2020: 31’168; 2019: 30’763; 2018: 30’394; 2017: 30’192; 2016: 28’480 und 2015: 31’191.

 

Fazit: In der Altersgruppe mit der höchsten Impfquote werden die Abstände zwischen den einzelnen Jahren kleiner, aber weiterhin gilt: Nur 2016 gab es bis zu diesem Zeitpunkt weniger absolute Todesfälle als 2021.

 

CF

 

7-Jahres-Vergleich: Mehr als Untersterblichkeit geht nicht

 

Unter Corona-Bedingungen starben seit 2015 nie so wenig Menschen in der Schweiz wie in diesem Jahr. Trotzdem unterstellt der Bundesrat das Volk weiterhin Zwangsmassnahmen, für Ungeimpfte verschärft er sie gar.  

 

 

Von den Todesfällen über die Ansteckungen und den inzwischen zur Makulatur erklärten Inzidenzwert über noch ansteckendere, gar tödlichere Mutanten bis zum angeblichen Mangel an Intensivbetten, den nur die Durchimpfung stoppen könne: Die Verhältnismässigkeit der Corona-Massnahmen scheint die Verantwortlichen nach anfänglichem Zögern – wieviel Einschränkung seiner Freiheitsrechte nimmt das Volk hin? – heute nicht mehr gross in Frage gestellt.

 

Die absoluten Todesfälle, d.h. alle in der Schweiz registrierten Todesfälle (ohne, mit oder im Zusammenhang mit Corona), geben ein verlässliches Bild davon, wie gross die Todesgefahr ist, die von Corona und seinen Mutanten ausgeht. Hier der guten Ordnung halber die jüngsten vom Bundesamt für Statistik publizierten, von uns seit Jahresbeginn addierten Todesfälle für den Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 5. September 2021:

 

2021: 44'819 absolute Todesfälle

 

2020: 46’060

 

2019: 45’567

 

2018: 45’389

 

2017: 44’857

 

2016: 42’800

 

2015: 46’770

 

Fazit: Nichts Neues. Die Untersterblichkeit bei den absoluten Todesfällen hält 2021 an. Sie ist bei den drei Altersgruppen 0 bis 19 Jahre, 20 bis 39 Jahre und 40 bis 64 Jahre besonders ausgeprägt. Gleichzeitig ist in diesen Altersgruppen die Impfquote weiterhin am niedrigsten. Im schweren Grippejahr 2015 gab es bis zu diesem Zeitpunkt knapp 2'000 absolute Todesfälle mehr, die Arztpraxen waren rappelvoll und geimpft wurde auch – aber irgendwelche Zwangsmassnahmen bis hin zur Diskriminierung Ungeimpfter waren nie auch nur ansatzweise ein Thema.

 

Aufgelistet nach Altersgruppen:

 

0 bis 19 Jahre

 

2021: 280 absolute Todesfälle; 2020: 322; 2019: 313; 2018: 319; 2017: 316; 2016: 317 und 2015: 347.

 

Fazit: Für den Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 5. September 2021 bisher schweizweit am wenigsten absolute Todesfälle seit 2015, keine Veränderung der Differenzen zwischen den einzelnen Jahren. In der Woche 35 starben in dieser Altersgruppe am wenigsten Kinder und Jugendliche seit 2015.

 

 

 

20 bis 39 Jahre

 

2021: 501 absolute Todesfälle; 2020: 574; 2019: 538; 2018: 551; 2017: 562; 2016: 574 und 2015: 573.

 

Fazit: Für den Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 5. September 2021 bisher schweizweit am wenigsten absolute Todesfälle seit 2015, keine Veränderung der Differenzen zwischen den einzelnen Jahren. In der Berichtswoche starben elf Personen, halb viel wie 2015.

 

 

 

40 bis 64 Jahre

 

2021: 4’731 absolute Todesfälle; 2020: 4’817; 2019: 4'732; 2018: 4'988; 2017: 4'846; 2016: 4'871 und 5'188.

 

Fazit: Für den Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 5. September 2021 bisher schweizweit am wenigsten absolute Todesfälle seit 2015, keine Veränderungen der Differenzen zwischen den einzelnen Jahren, 2015 gab es bis zu diesem Zeitpunkt 457 absolute Todesfälle mehr als 2021.

 

 

 

65 bis 79 Jahre

 

2021: 11'568 absolute Todesfälle; 2020: 11'438; 2019: 11'453; 2018: 11'329; 2017: 11'084; 2016: 10'635 und 2015: 11'501.

 

Fazit: In dieser Altersgruppe, die eine hohe Impfquote aufweist, starben im Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 5. September 2021 mehr Menschen als in den Jahren zuvor, wobei sich die Differenzen verkleinern.  

 

 

 

80 Jahre und älter

 

2021: 27'739 absolute Todesfälle; 2020: 28'909; 2019: 28'531; 2018: 28'202; 2017: 28'049; 2016: 26'403 und 2015: 29'161.

 

Fazit: Mit Ausnahme des Jahres 2016 gab es in dieser Altersgruppe, die die höchste Impfquote aufweist, im Zeitraum 20. Dezember 2014 bis 5. September 2021 nie so wenige absolute Todesfälle seit 2015, man könnte bei den Ältesten von der grössten Untersterblichkeit sprechen, zweifellos ein Erfolg der Impfung.

CF

 

 

 

Corona im 7-Jahres-Vergleich: Von der Übersterblichkeit zur Untersterblichkeit

Die Zahlen belegen es Woche für Woche unmissverständlich: In der Schweiz sterben in diesem Jahr deutlich weniger Menschen als im langjährigen Durchschnitt, es gibt im Ergebnis im 7-Jahres-Vergleich eine deutliche Untersterblichkeit. Nach der kurzen, von Oktober 2020 bis Januar 2021 (Wochen 43 bis 52 und Wochen 1 bis 4) dauernden Übersterblichkeit haben sich die absoluten Todesfallzahlen im Jahr für Jahr normalen Bereich eingependelt. Kurz: Es gibt bei Lichte betrachtet keinen Grund die einschränkenden Corona-Massnahmen beizubehalten statt zur Normalität zurückzukehren.

 

Über 10'000 Tote soll Covid-19 und seine Mutanten bis jetzt bei uns gefordert haben. Versuchen wir eine Annäherung mithilfe der Bundesstatistik. In den Wochen 43 bis 52 sind 2020 an, im Zusammenhang mit und ohne Corona 20'385 Menschen gestorben, 13'711 davon waren 80jährig und älter. Vergleicht man die absoluten Todesfälle von 2015 bis 2020 stellt sich heraus, dass auf dem Höhepunkt 2020 die Corona-bedingte Übersterblichkeit in diesem Zeitraum maximal zwischen 7'049 und 7’967 Todesopfer verursacht haben könnte. Was die Altersgruppe 80jährig und älter anbelangt, so beträgt der Anteil der Übersterblichkeit an den Todesfällen im gleichen Zeitraum zwischen maximal 5'454 und 6'277 absoluten Todesfällen.

 

Wie erwähnt, hat sich, gemessen an den Todesfällen, die tödlichste Virus-Phase in den ersten vier Wochen 2021 fortgesetzt. In Zahlen sieht der Vergleich so aus: Zwischen dem 29. Dezember 2020 und dem 25. Januar 2021 sind total 7'029 Menschen an, im Zusammenhang mit oder ohne gestorben, davon 4'705 in der Altersgruppe 80jährig und älter. Im Vergleich der Jahre beträgt die Übersterblichkeit 2021 im erwähnten Zeitraum maximal zwischen 38 und 1'366 absoluten Todesfällen.

 

Zusammengefasst sind bis jetzt maximal zwischen 7'087 und 9’333 Todesfälle irgendwie und möglicherweise auf Corona zurückzuführen, davon in der Altersgruppe 80jährig und älter zwischen 5'492 und 7'643 Todesfälle.

 

Seit dem 25. Januar 2021 hat der Wind gekehrt: Es ist seit 26 Wochen über alle Altersgruppen hinweg (0-19, 20 bis 39, 40 bis 64, 65 bis 79 sowie 80 und älter) eine den langjährigen Durchschnitt unterbietende Todesfallzahl festzustellen, mithin im Vergleich eine Untersterblichkeit. Anders als wissenschaftlich angenommen, sind jedenfalls die Todesfallzahlen mit Corona nicht explodiert.

 

Der scheidende Taskforce-Chef erklärt die verwegenen, meist zu Makulatur verkommenen Annahmen der wissenschaftlichen Berater des Bundesrates in Interviews mit dem bemerkenswerten Satz: «Wir haben den Faktor Mensch schlicht unterschätzt.»

 

Hier der guten Ordnung halber die Vergleichszahlen der absoluten Todesfälle für den Zeitraum 29. Dezember 2014 bis 1. August 2021 für die Jahre 2015 bis 2021, wie sie das Bundesamt für Statistik Woche für Woche erhebt:

 

2021: 38'625 absolute Todesfälle

 

2020: 39’986

 

2019: 39’686

 

2018: 39’365

 

2017: 39’059

 

2016: 37’103

 

2015: 40’896

 

 

 

 Aufgelistet nach Altersgruppen:

 

 

 

0 bis 19 Jahre

 

2021: 252 absolute Todesfälle, 2020: 283; 2019: 258; 2018: 283; 2017: 267; 2016: 273 und 2015: 297.

 

Fazit: Zumindest die mehr oder weniger ähnlichen absoluten Todesfallzahlen der letzten sieben Jahre liefern nach wie vor keine Begründung, diese Altersgruppe ab 12 Jahren jetzt zu impfen.

 

 

 

 20 bis 39 Jahre

 

2021: 426 absolute Todesfälle; 2020: 488; 2019: 451; 2018: 479; 2017: 467; 2016: 492 und 2015: 479.

 

Fazit: 2021 verzeichnet die tiefsten absoluten Todesfallzahlen in dieser Altersgruppe, die ansonsten über die Jahre ziemlich ausgeglichen sind. Geäusserte Befürchtungen, wonach vermehrt Jüngere sich mit ungewissem Ausgang in Spitalpflege begeben müssen, scheinen zumindest was die allfällige Todesfolge betrifft unbegründet.

 

 

 

 40 bis 64 Jahre

 

2021: 4’001 absolute Todesfälle; 2020: 4’129; 2019: 4’060; 2018: 4’271; 2017: 4’152; 2016: 4’159 und 2015: 4'471

 

Fazit: In dieser Altersgruppe gab es in den ersten 30 Wochen des Jahres 2021 deutlich weniger absolute Todesfälle als in allen anderen Jahren seit 2015, obschon sich das Virus seit einiger Zeit stark auf diese Jahrgänge ausbreitet.

 

 

 

 65 bis 79 Jahre

 

2021: 9'955 absolute Todesfälle; 2020: 9’920; 2019: 9'956; 2018: 9'717; 2017: 9’638; 2016: 9’232 und 2015: 10’012.

 

Fazit: Bei den 65- bis 79-Jährigen gibt es (ausgenommen 2016) nach wie vor keine auffälligen grösseren Verschiebungen der absoluten Todesfallzahlen weder zur einen noch zur anderen Seite.

 

 

 

  80 Jahre und älter

 

2021: 23'991 absolute Todesfälle; 2020: 25’166; 2019: 24’964; 2018: 24’615; 2017: 24’535; 2016: 22’947 und 2015: 25’947.

 

Fazit: Seit 26 Wochen sterben in dieser Altersgruppe oft weniger Menschen pro Woche als in dieser Zeitspanne in den Jahren seit 2015, während zuvor von Oktober 2020 bis Anfang Februar 2021 vor allem aussergewöhnlich mehr 80-Jährige und ältere starben.

 

CF

 

Grippevirus versus Covid-19: Absolute Todeszahlen im Sechsjahresvergleich

Um die Bösartigkeit von Covid-19 und die Verhältnismässigkeit der getroffenen Massnahmen zu beurteilen, ist möglicherweise ein Vergleich der absoluten Todeszahlen, wie sie das Bundesamt für Statistik (BfS) wöchentlich erfasst (und laufend verändert), aufschlussreich. Bis zur Woche 43 (ab 19. Oktober) ist der Unterschied der Zahl der Todesopfer im Vergleich zwischen 2020 und 2015 trotz der einschränkenden Massnahmen gering; erst danach sind die Todeszahlen 2020 stark gestiegen.

 

 

2020: 74'180

 

 

 

2019: 67'515         - 6'665

 

 

 

2018:  66'888        - 7'292

 

 

 

2017:  66'703        - 7'477

 

 

 

2016:  64'649        - 9'531

 

 

 

2015:  67'468         - 6'712

 

 

Im schweren Grippejahr 2015 sind bis zur 52. Woche insgesamt 6'712 Menschen weniger gestorben als 2020. In diesem Vergleich enthalten sind rund 500 ausserordentliche Hitzetote im Sommer 2015. 2019 sind vergleichsweise noch weniger Menschen gestorben als im schweren Grippejahr 2015, nämlich 6'655.

 

 

80 Jahre und mehr

 

 

 

2020: 47'545

 

 

 

 

 

2019: 42'017          - 5'528

 

 

 

2018: 41'399          - 6'146

 

 

 

2017: 40'612          - 6'933

 

 

 

2016: 39'067          - 8'478

 

 

 

2015: 41'617          - 5'928

 

 

Im schweren Grippejahr 2015 sind in der Altersgruppe 80 und älter 5'928 Menschen weniger gestorben als 2020; im normalen Grippejahr waren es mit 5'528 noch weniger.

 

 

65 bis 79 Jahre

 

 

 

2020: 18'222

 

 

 

2019: 17'153         - 1'069

 

 

 

2018: 16'724         - 1'498

 

 

 

2017: 16'627          - 1'595

 

 

 

2016: 16'191          - 2'031

 

 

 

2015: 16'911          - 1'311

 

 

Im schweren Grippejahr 2015 sind in der Altersgruppe 65 bis 79 Jahre 1'311 Menschen weniger gestorben als 2020, im normalen Grippejahr 2019 waren es mit 1'069 noch weniger.

 

 

 

40 bis 64 Jahre

 

 

 

2020: 7'115

 

 

 

2019: 7'106           - 9

 

 

 

2018: 7'452           + 337

 

 

 

2017: 7'376           + 261

 

 

 

2016: 7'359           + 244

 

 

 

2015: 7'806           + 691

 

 

 

Im schweren Grippejahr 2015 sind in der Altersgruppe 40 bis 64 Jahre 691 Menschen mehr gestorben als 2020.

 

 

20 bis 39 Jahre

 

 

 

2020: 824

 

 

 

2019: 786              - 38

 

 

 

2018: 809              - 19

 

 

 

2017: 860              + 36

 

 

 

2016: 837              + 13

 

 

 

2015: 861              + 37

 

 

 

Im schweren Grippejahr 2015 sind in der Altersgruppe 20 bis 39 Jahre 37 Menschen mehr gestorben als 2020; Im normalen Grippejahr 2017 waren es gar 36 Menschen mehr.

 

 

0 bis 19 Jahre

 

 

 

2020: 491

 

 

 

2019: 453              - 38

 

 

 

2018: 504              + 13

 

 

 

2017: 489              - 2

 

 

 

2016: 460              - 31

 

 

 

2015: 543               + 52

 

 

 

Im schweren Grippejahr 2015 sind in der Altersgruppe 0 bis 19 Jahre 52 Menschen mehr gestorben als 2020.

 

 

Bevölkerungsentwicklung 2015 bis 2019 (Stand jeweils 31. Dezember)

 

2019:  8 606 033     8 606 033      

2018:  8 544 527     -   61'506     

2017:  8 484 130     -  121'903

2016:  8 419 550     -  186'483

2015: 8 327 126      -  278'907

 

Bis Ende 2020 dürfte die Bevölkerung in der Schweiz gegenüber 2015 um rund 350'000 Personen zugenommen haben.

 

CF


Innerhalb von drei Jahre zweimal sinkende Lebenserwartung

Seit 2015 scheint nicht mehr sicher, dass sich die Lebenserwartung in der Schweiz ständig erhöht. Fast unbemerkt kommt den Pensionskassen und Lebensversicherern ihr demografisches Killerargument abhanden. Doch die Bundesstatistiker (BFS) halten unbeirrt am allgemeinen Aufwärtstrend fest – obschon sich 2015 und 2017 nach Jahrzehnten (genau seit 1948) erstmals zeigte, dass die Steigerung der Lebenserwartung aussetzte.

 

2017 betrug der Unterschied zwischen der Lebenserwartung der Frauen und jener der Männer noch knapp vier Jahre, im Jahr 2001 waren es noch 5,7 Jahre. Vor dem Hintergrund der scheinbar unaufhaltsamen Alterung, die heute die ganze Debatte um die Langzeitfinanzierung der Renten dominiert, ist von besonderem Interesse, dass die Zeit der grossen Alterungssprünge möglicherweise vorbei ist.

 

2017 sank die verbleibende Lebenserwartung von 65-jährigen Männer von 19,8 Jahren im Jahr 2016 auf 19,7 Jahre im Jahr 2017, bei den Frauen von 22,6 auf 22,5 Jahre.

 

Wie 2015 wird der leichte Rückgang der verbleibenden Lebenserwartung für 65-Jährige auch 2017 mit der Grippewelle begründet: Die «Übersterblichkeit» (BFS) sei mithin nicht nachhaltig, sondern zeige nur kurzfristige Auswirkungen. Die Bundesstatistiker, nicht selten waghalsiger Annahmen bis ins Jahr 2060 nicht abgeneigt, machen geltend, dass für einen nachhaltigen Befund die sogenannte Sterbetafel über einen Zeitraum von sechs Jahren beobachtet werden müsse.

 

Keine Begründung liefert das BFS für ein in diesem Zusammenhang bisher völlig unbemerktes Phänomen: Seit 1995, mithin seit fast 23 Jahren sterben in der Schweiz deutlich mehr Frauen als Männer – in den letzten Jahren jährlich über 2000 mehr. Der Wechsel im Jahr 1995 war abrupt. Denn vorher waren ein halbes Jahrhundert lang Jahr für Jahr mehr Männer als Frauen gestorben.

 

Solche abrupten Wechsel kontrastieren mit der gerade in der Sozialpolitik und der Finanzierung der Sozialwerke beliebten Panikmache mittels der linearen Fortschreibung von Annahmen/Prognosen. (veröffentlicht am 19.7.2018)

 


Die neusten Pflegeheimkosten im kantonalen Vergleich

Seit 2014 sind die stationären Pflegekosten in Alters- und Pflegeheimen (APH) um rund eine Milliarde Franken auf 10,4 Mrd. (2018) gestiegen. Ein stationärer Pflegeheimplatz kostete 2018 im Durchschnitt 9’468 Franken im Monat, 311 Franken im Tag und 113'617 Franken im Jahr. Am teuersten ist ein Pflegeplatz wie vor fünf Jahren in Kanton Genf mit über 12 000 Franken im Monat, am günstigsten im Kanton Glarus mit 6’656 Franken. Die durchschnittliche Dauer der APH-Aufenthalte, die 2018 endeten, belief sich auf 890 Tage und entspricht damit durchschnittlichen Kosten von rund 277'000 Franken. Bestätigt hat sich ein leichter Trend zu sinkender Aufenthaltsdauer. 2014 lag sie noch bei 925 Tagen, was damals Durchschnittskosten von 267'000 Franken entsprach.

 

Interessiert, was in Ihrem Kanton der Aufenthalt in einem APH kostet? faktuell.ch hat es für Sie ausgerechnet – gestützt auf das jüngste Zahlenmaterial des Bundesamtes für Statistik vom November 2019.

 

Alters- und Pflegeheimkosten 2018 (in Klammern der Vergleich mit 2014)

 

1.  GE: 401 (2014: 401) Franken/Tag, 146’452 (146'328) Franken/Jahr, 12'204 (12'194) Franken/Monat

 

2.   ZH:  354 Franken (2014: 326) Franken/Tag, 129'124 (118'996) Franken/Jahr, 10'760 (9'916) Franken/Monat

 

3.   FR: 349 (325) Franken/Tag, 127’423 (118'659) Franken/Jahr, 10’619 (9'888) Franken/Monat

 

4.   NE: 337 (314) Franken/Tag, 123’005 (114'585) Franken/Jahr, 10’250 (9‘549) Franken/Monat

 

5.   BL:  335 (330) Franken/Tag, 122’106 (120'440) Franken/Jahr, 10’176 (10'037) Franken/Monat

 

6.   BS:  333 (310) Franken/Tag, 121’610 (113'159) Franken/Jahr, 10’134 (9‘430) Franken/Monat

 

7.   VD:  325 (307) Franken/Tag, 118’553 (112'065) Franken/Jahr, 9’879 (9'338) Franken/Monat

 

8.   TI: 313 (283) Franken/Tag, 114’179 (103'372) Franken/Jahr, 8'821 (8‘614) Franken/Monat

 

9.  ZG: 310 (274) Franken/Tag, 113’078 (100'119) Franken/Jahr, 9’423 (8‘343) Franken/Monat

 

10.  GR: 298 (281) Franken/Tag, 108'919 (102'451) Franken/Jahr, 9’077 (8‘538) Franken/Monat

 

11.   LU: 297 (279) Franken/Tag, 108’416 (101'787) Franken/Jahr, 9’515 (8'482) Franken/Monat

 

12.  JU: 295 (284) Franken/Tag, 107’755 (103'372) Franken/Jahr, 8'980 (8‘632) Franken/Monat

 

13.  AG: 295 (279) Franken/Tag, 107’475 (101'669) Franken/Jahr, 8'956 (8‘472) Franken/Monat

 

14.  SZ: 288 (267) Franken/Tag, 105’090 (97'350) Franken/Jahr, 8’758 (8'113) Franken/Monat

 

15.  OW: 291 (275) Franken/Tag, 106’174 (100'303) Franken/Jahr, 8'848 (8‘359) Franken/Monat

 

16.  BE: 291 (278) Franken/Tag, 106’021 (101'438) Franken/Jahr, 8835 (8‘453) Franken/Monat

 

17.  SO: 282 (268) Franken/Tag, 103’078 (97'919) Franken/Jahr, 8'590 (8‘160) Franken/Monat

 

18.  VS: 277 (260) Franken/Tag, 101’254 (94'733) Franken/Jahr, 8’438 (7‘894) Franken/Monat

 

19.  TG: 275 (249) Franken/Tag, 100’194 (90'860) Franken/Jahr, 8’350 (7‘572) Franken/Monat

 

Unter 100'000 Franken pro Jahr:

 

20.  AI: 269 (241) Franken/Tag, 98’503 (88'057) Franken/Jahr, 8’209 (7'338) Franken/Monat

 

21.  NW: 269 (256) Franken/Tag, 98’326 (93'283) Franken/Jahr, 8’194 (7‘774) Franken/Monat

 

22.  SH: 265 (259) Franken/Tag, 96’785 (94'558) Franken/Jahr, 8’056 (7‘880) Franken/Monat

 

23.  UR: 261 (245) Franken/Tag, 95'226 (89'330) Franken/Jahr, 7'936 (7‘444) Franken/Monat

 

24.  SG: 255 (244) Franken/Tag, 92’906 (89'130) Franken/Jahr, 7’742 (7‘428) Franken/Monat

 

25.  AR: 252 (232) Franken/Tag, 91’827 (84'717) Franken/Jahr, 7’652 (7'060) Franken/Monat

 

27. GL:  219 (207) Franken/Tag, 79’869 (75'580) Franken/Jahr, 6'656 (6‘298) Franken/Monat

 


Gehört der "Goldesel" zum System der Arbeitslosenversicherung?

Die nach wie vor verschuldete Arbeitslosenversicherung (ALV) unterstützt mit Steuergeldern Gewinn maximierende Arbeitslosenkassen – vorab jene, die pauschal abrechnen. Fakenews? I wo!

 

Zunächst zu den Zahlen des Jahres 2017, wie sie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) in seinem Jahresbericht festhält. Die ALV hat 2017 mit einem Gewinn von knapp 400 Millionen abgeschlossen, unter dem Strich bleibt aber eine Schuld von knapp einer Milliarde Franken, plus ein laufendes Darlehen von 2,5 Milliarden Franken.

 

Gut 500 Millionen Franken oder 0,159 Prozent der beitragspflichtigen Lohnsumme betragen die Leistungen des Bundes an die ALV. Der Bund beteiligt sich damit an den Kosten für Vermittlung und arbeitsmarktliche Massnahmen, heisst es in der Staatsrechnung des Bundes zur Verwendung dieser Steuergelder.

 

Diese halbe Milliarde findet in den Berechnungen der Verwaltungskosten der ALV durch die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) ebenso wenig statt wie in einer Evaluation des Steuerungssystems der Arbeitslosenkassen in einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), beides publiziert 2018.

 

Gemäss EFK und SECO belaufen sich die Verwaltungskosten der ALV auf rund 200 Millionen Franken. Ein Viertel oder 50 Millionen davon könnten eingespart werden, wenn alle 33 Arbeitslosenkassen so effizient arbeiten würden wie die beste von ihnen.

 

Geht es nach dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) belaufen sich die Verwaltungskosten der ALV, die in den letzten 20 Jahren explodierten, nicht nur auf 200, sondern auf über 700 Millionen Franken, 2017 auf genau 727,6 Millionen und damit 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Die Differenz zwischen EFK und BSV entspricht exakt der halben Milliarde, die der Bund gesetzlich gebunden an die ALV überweist. Daran ist nichts anstössig, ebenso wenig wie zum Beispiel an der gesetzlich gebundenen 20prozentigen Bundesunterstützung der AHV (inkl. zwei Raucher-Milliarden und 500 Spielkasino-Millionen).

 

Was die ALV-Unterstützung unterscheidet, ist die Praxis der 33 Arbeitslosenkassen. Es geht dabei um Gewinnmaximierung. Und, etwas brisanter, es geht um Gewinnverteilung.

 

Doch eins nach dem andern.

 

«Die Anzahl der Akteure im Bereich der ALV ist sehr umfangreich», schreibt die EFK in ihrer Untersuchung und empfiehlt eine Schlankheitskur. Denn bei Lichte betrachtet ist die ALV ein Bürokratiemonster: 25 öffentliche Arbeitslosenkassen, 8 private Arbeitslosenkassen, 169 Zahlstellen (52 öffentliche und 119 private), 4 regionale Konferenzen, 6 Kommissionen der Arbeitslosenkassen, 26 kantonale Amtsstellen, 24 Logistikstellen für arbeitsmarktliche Massnahmen, 115 regionale Arbeitsvermittlungszentren, 1 Verband von Arbeitslosenkassen der privaten Wirtschaft, 1 Verband der öffentlichen Arbeitslosenkassen, 1 Ausschuss der Arbeitslosenkassen, diverse Erfahrungsaustauschgruppen, diverse Arbeitsgruppen und zusätzlich werden zum Beispiel für Evaluationen punktuell Experten beigezogen.

 

Das Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) umfasst über 120 und die Verordnung dazu über 130 Artikel. Für die praktische Anwendung des umfangreichen Gesetzeswerkes stellt die Ausgleichsstelle Handbücher im Gesamtumfang von über 700 Seiten zur Verfügung.

 

Über 1400 Fachkräfte-Vollzeitstellen sind in den Arbeitslosenkassen damit beschäftigt, in den Informatiksystemen die notwendigen Daten für eine korrekte Auszahlung von Arbeitslosengeldern zu pflegen. Die mit dem Vollzug beauftragten Stellen führen ausgedehnte Kontrollen durch. Die Einarbeitungszeit für neue Fachkräfte beläuft sich auf ca. 1,5 Jahre.

 

Hinzu kommen über 1900 Mitarbeitende der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und viele weitere Akteure, die im aktuellen ALV-System benötigt werden.

 

Seit dem Jahr 2000 werden zwischen dem federführenden Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und den Trägern der Arbeitslosenkassen Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Schreiben die Arbeitslosenkassen rote Zahlen, geht’s zulasten der öffentlichen und privaten Träger; gibt’s Gewinne, kommen sie den Kassen zugute, aber nicht der defizitären ALV.

 

Ein ausgeklügeltes Punktesystem soll dafür sorgen, dass Verwaltungskosten und gesetzliche Aufgaben nicht auseinanderdriften. Idealerweise werden tiefere Verwaltungskosten per verstärkter Effizienz ohne Leistungseinbussen erwartet. Das Schlüsselwort heisst «Anreiz». Es gilt für alle 33 Kassen, von denen heute 8 pauschal und 25 kostenberechnend abrechnen.

 

Wer «Anreize» ins Spiel bringt, erwartet sich davon besondere Anstrengungen. Wie sieht es damit aus? Die SECO-Studie schreibt, etwas verkürzt: Zu einfach ist es einerseits für die meisten kostenabrechnenden Kassen in sicherer Distanz zur Malus- bzw. Verlustzone zu bleiben; zu einfach ist es auf der anderen Seite für Pauschalkassen, erhebliche Gewinne zu erzielen. Und festgestellt wird überdies: Der geringe Kostendruck der heutigen Leistungsvereinbarung verhindert, dass die Kassen bewusst Qualitätseinbussen in Kauf nehmen, um die Kosten zu minimieren.

 

Von acht der zehn in der SECO-Studie befragten kostenabrechnenden Kassen, die in den vergangenen Jahren schon nennenswerte Boni erwirtschaftet haben, stellen sieben Kassen einen Teil jeweils als Reserve zurück. Eine (private) Kasse führt allfällige Boni als Gewinn an den Träger ab. Sechs Kassen verwenden den Bonus teilweise für Mitarbeiteranlässe oder spontane Geschenke an die Mitarbeitenden. Eine der befragten effektiv abrechnenden Kassen zahlt einen Teil des Bonus auch als Prämie an die Mitarbeitenden aus.

 

Von jenen sechs der sieben befragten Pauschalkassen, die nach eigenen Angaben zumindest keine Verluste machen, führen vier einen Teil oder den gesamten allfälligen Überschuss als Gewinn an den Träger der Kasse ab. Drei Kassen verbuchen einen Teil des Gewinns als Rückstellung. Eine Kasse überträgt einen Teil des Überschusses an einen zweckgebundenen Arbeitsmarktfonds. Diese Kasse zahlt im Falle eines Gewinns ausserdem den Mitarbeitenden der Kasse eine Prämie (in der Höhe von jährlich maximal einem Monatslohn).

 

Allfällige Verluste gehen bei den Pauschalkassen und den kostendeckenden Kassen zulasten ihrer Träger. Und die Moral von der Geschichte: Mit einer Ausnahme haben sämtliche Chefs der befragten kostenabrechnenden Kassen sowie einer Pauschalkasse ihr Unverständnis und Missfallen zum Ausdruck gebracht, dass die defizitäre Arbeitslosenversicherung den Pauschalkassen erlaube, erhebliche Gewinne zu erzielen und diese an die Träger abzuführen. Auch zwei der vier befragten Arbeitsämter beurteilen dies als kritisch. In Analogie zur Bonusobergrenze bei den effektiv abrechnenden Kassen empfehlen deshalb mehrere Kassenchefs, auch die maximal zulässigen Gewinne der Pauschalkassen zu begrenzen.

 

Gelegenheit dazu bietet die neue Leistungsvereinbarung für die Jahre 2019 bis 2023.

 


Ausgesteuert und vom Arbeitsmarkt verstossen – was dann?

Im Laufe des Jahres 2017 sind in der Schweiz 39'816 Personen aus der Arbeitslosenversicherung (ALV) ausgesteuert worden - im Durchschnitt pro Monat 3292 Personen. In den 2000er-Jahren sind bisher nur zweimal mehr Menschen vom Arbeitsmarkt vorübergehend oder ganz verstossen worden.

 

Nach der Aussteuerung verlaufen die Erwerbsbiografien der Betroffenen höchst unterschiedlich. Beispiel Dezember 2017 gemäss Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO): Von den allein im Dezember ausgesteuerten 3443 Personen haben bis Ende Februar 2018 statistisch erfasst 535 der 16 Prozent eine neue Stelle gefunden; 729 oder 21 Prozent waren weiterhin bei einem RAV registriert und blieben damit vorerst als arbeitslos oder stellensuchend erfasst. 2179 Ausgesteuerte (63 Prozent) waren Ende Februar 2018 nicht mehr in der Arbeitslosenversicherung (ALV) eingeschrieben.

 

Und dann? Die Ausgesteuerten, die nicht mehr bei einem RAV registriert sind, werden von der Arbeitslosenstatistik des SECO nicht mehr erfasst. Spuren ihres weiteren Schicksals finden sich nur noch in der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE), und zwar vierteljährlich mittels Stichproben.

 

Und sonst? Im Auftrag des SECO hat die Berner Fachhochschule Soziale Arbeit (BFH) schweizweit alle Personen untersucht, die 2005 bzw. 2009

 

a)    neu Arbeitslosentaggelder bezogen haben (Beginn einer neuen Rahmenfrist der ALV) oder

 

b)    ausgesteuert wurden.

 

Um die Erwerbsbiographie und die Sozialleistungsbezüge dieser Personen bis 2013 beobachten zu können, wurden die Administrativdaten der ALV, der Invalidenversicherung (IV) und der individuellen AHV-Konten sowie der Sozialhilfestatistik im Längsschnitt verknüpft. Es wurde für fünf bzw. acht Jahre nach dem Beginn der Arbeitslosigkeit bzw. der Aussteuerung monatlich festgestellt, ob eine Person erwerbstätig war und/oder eine Sozialleistung der ALV, IV oder der Sozialhilfe bezogen hat.

 

Ergebnisse – gemäss «impuls», dem Kundenmagazin der BFH:

 

90 Prozent der Ausgesteuerten waren im Laufe der folgenden acht Jahre (2005 bis 2013) zumindest zeitweise wieder erwerbstätig.  Drei Viertel der ausgesteuerten Personen weisen jedoch Erwerbsphasen mit einem monatlichen Erwerbseinkommen von weniger als 2500 Franken auf. 80 Prozent hatten Erwerbsunterbrüche von mehr als drei Monaten.

 

Als nachhaltig integriert gelten gemäss Erwerbstypologie Personen, die während mehr als 80 Prozent der Zeit mit einem Einkommen von über 2500 Franken erwerbstätig waren. Nur 22 Prozent der Ausgesteuerten gehörten diesem Erwerbstyp an. 26 Prozent waren teilweise integriert, was heisst: Diese Personen waren während 40 bis 80 Prozent der Beobachtungszeit erwerbstätig, und zwar mehrheitlich mit einem Einkommen von über 2500 Franken.

 

Gut ein Fünftel (22 Prozent) war zwar ebenfalls zu einem erheblichen Teil der Zeit erwerbstätig, allerdings ohne existenzsichernden Lohn. Diese Personen waren in mehr als 40 Prozent der Zeit erwerbstätig, jedoch mehrheitlich mit einem Einkommen von weniger als 2500 Franken. 30 Prozent der Ausgesteuerten waren nur noch minimal oder gar nicht mehr erwerbstätig (Erwerbstätigkeit in weniger als 40 Prozent der beobachteten Zeit).

 

Die BFH-Untersuchung zeigt somit, dass bei einem grossen Teil der Ausgesteuerten die Erwerbssituation in den folgenden acht Jahren instabil und prekär ist. Dieses Bild bestätigt sich offenbar, wenn die Sozialleistungsbezüge nach der Aussteuerung betrachtet werden. Knapp zwei Fünftel (38 Prozent) waren nach der Aussteuerung auf Sozialhilfe angewiesen, meistens während einer längeren Zeit. Die durchschnittliche Bezugsdauer betrug fast drei Jahre (33,8 Monate).

 

Ein Teil der Ausgesteuerten (26 Prozent) war wegen eines ungenügend hohen Erwerbseinkommens zusätzlich auf Sozialhilfe angewiesen (Working Poor). 43 Prozent wurden nach einer Phase der Erwerbstätigkeit später erneut arbeitslos und auf Arbeitslosenentschädigung angewiesen. Rund neun Prozent der Personen bezogen nach der Aussteuerung eine IV-Rente.

 

Die grosse Mehrheit der Ausgesteuerten war in den acht Jahren nach der Aussteuerung auf Sozialleistungen angewiesen. Die meisten Personen (71 Prozent) wiesen jedoch nach der Aussteuerung auch längere Phasen auf (von mehr als drei Monaten), ohne dass sie eine Sozialleistung bezogen hatten oder über ein Erwerbseinkommen verfügten. Sie lebten in diesen Phasen entweder vom Vermögen (ehe es bis auf 4000 Franken aufgebraucht war) oder vom Einkommen eines Partners oder einer Partnerin.

 

Personen ohne Berufsausbildung, Frauen und Personen älter als 45 hatten ein erhöhtes Risiko für einen Ausschluss aus dem Arbeitsmarkt nach der Aussteuerung. Bei diesen waren nur noch etwa 40 Prozent nachhaltig oder teilweise erwerbsintegriert. Über ein Drittel der Personen über 45 oder ohne Ausbildung waren nur noch minimal oder überhaupt nicht mehr erwerbstätig. Auch Geschiedene und Personen aus Nicht-EU-Ländern waren überdurchschnittlich oft nicht mehr erwerbstätig, bzw. der Anteil mit einer nachhaltigen oder teilweisen Arbeitsmarktintegration war relativ gering.

 

Umgekehrt hatten ledige Schweizer Männer unter 35 Jahren mit mindestens einer Berufsausbildung auch nach einer Aussteuerung vergleichsweise gute Chancen für eine stabile Erwerbstätigkeit. 70 Prozent von ihnen waren zumindest wieder teilweise beruflich integriert mit einem existenzsichernden Lohn.

 


Der Bedarf an Sozialleistungen sprengt in der Schweiz die 20-Milliarden-Marke

Die Nettoausgaben für bedarfsabhängige Sozialleistungen beliefen sich 2016/17 in der Schweiz auf 14,9 Milliarden Franken. Dies ergibt pro Kopf der Bevölkerung und Jahr 1775 Franken – finanziert aus kommunalen, kantonalen und Bundessteuern. Der tatsächliche Bedarf ist aber noch viel grösser!

 

Die steuer- und nicht beitragsfinanzierten Sozialleistungen steigen weiter. Unter bedarfsabhängigen Sozialleistungen werden diejenigen staatlichen Leistungen verstanden, bei welchen der ausbezahlte Betrag von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Bezüger abhängt.

 

Dazu gehören die nachstehenden Bedarfsleistungen (in Klammern die Nettobeträge):

 

Prämienverbilligung (4,3 Mrd.), Sozialhilfe im Asyl-+Flüchtlingsbereich (1,3 Mrd.), Wohnbeihilfen (35 Mio.), Arbeitslosenhilfe (16 Mio.), Kleinkinderbetreuungsbeiträge (33 Mio.), Alimentenbevorschussung (111 Mio.), Familienbeihilfen (182 Mio.), Alters- und Pflegebeihilfen (196 Mio.) , EL zur AHV/IV (4,9 Mrd.), kantonale Beihilfen zu den Ergänzungsleistungen (60 Mio.),  kantonale Ergänzungsleistungen zu AHV/IV/EO (130 Mio.), unentgeltliche Rechtshilfe (150 Mio., geschätzt), Opferhilfe (5,3 Mio.) Ausbildungsbeihilfen (425 Mio.), Alters- und Pflegebeihilfen (450 Mio., geschätzt), Sozialhilfe (2,7 Mrd.). Die Liste könnte noch durch einzelne Leistungen wie Erwerbsersatzleistungen für einkommensschwache Eltern oder Mutterschaftsbeiträge etc. ergänzt werden, aber diese Beträge würden das Gesamtbild nicht gross ändern.

 

Bis 2012 hat das Bundesamt für Statistik (BFS) die hier gelisteten Sozialleistungen als Finanzstatistik der bedarfsabhängigen Sozialleistungen publiziert, übersichtlich aufgeschlüsselt nach Bundes-, Kantons- und Gemeindeausgaben je Kanton. Seither nicht mehr. Zwei der drei wichtigsten bedarfsabhängigen Leistungen wurde gleichsam über Nacht die Bedarfsabhängigkeit abgesprochen – und damit die Nettogesamtausgaben erheblich geschönt: 8,2 statt 14,9 Mrd. bedarfsabhängige Gesamtausgaben und 972 statt 1775 Franken jährliche Nettoausgaben pro Kopf.

 

Würden alle Bürger, die auf bedarfsabhängige Leistungen rechtlich Anspruch haben, davon Gebrauch machen, wäre die Gesamtsumme rund ein Viertel höher. Eine vor zwei Jahren veröffentlichte Studie taxierte den Nichtbezug im Kanton Bern auf 26,3 Prozent. Auf die Schweiz übertragen, ergibt dies für 2016 die Summe von 3,9 Milliarden. Das Anspruchspotenzial für bedarfsabhängige Sozialleistungen beträgt somit 18,8 Milliarden.

 

Doch damit nicht genug. Zu den 18,8 Mrd. kann man getrost geschätzte 3 Milliarden Franken an finanziellen und materiellen Beiträgen dazu rechnen, die nicht gewinnorientierte Organisationen im Bereich der sozialen Sicherheit beisteuern, wie das Büro BASS vor ein paar Jahren vorrechnete. Summa summarum kommt man damit auf einen Bedarf an Sozialleistungen von fast 22 Milliarden Franken!

 


Bedroht das traditionelle Familien-Modell das Niveau der Sozialleistungen?

Die Schweiz ist ein Zweitverdienerinnen-Eldorado. Das schweizerische Sozialsystem privilegiert dabei verheiratete Frauen mit Kindern.

 

Mit 173'990 Euro durchschnittlichem Vermögen pro Kopf der Bevölkerung ist die Schweiz gegenwärtig vor den USA das reichste Land der Welt, schreiben die Ökonomen der deutschen Allianz-Versicherung in ihrem jüngsten «Global Wealth Report». Das ist für Menschen eines Landes, die sich und ihre Werte über ihre Erwerbstätigkeit definieren, gewiss bemerkenswert genug. Aber es könnte mehr sein. Punkto Erwerbstätigkeitsquote ist die Schweiz im OECD-Vergleich zwar absolute Spitze, punkto geleisteter Arbeitsstunden aber nicht einmal Mittelmass.

 

Gewiss nicht nur, aber zu einem guten Teil ist dieses Teilzeit-«Hängemattendasein» den Frauen geschuldet. Aber ihre Arbeitsverweigerung hat viel mit dem zu tun, was die Ökonomen «negative Arbeitsanreize» schimpfen, zusammengefasst im Satz: Je grösser das Nichterwerbseinkommen aus Leistungen der Sozialversicherungen ist, desto tiefer sind die Anreize eine Arbeit anzunehmen.

 

Gut 1,2 Milliarden Franken würden zusätzlich in die AHV-Kasse gespielt, wenn Alter 65 auch für Frauen gelten würde. Vielleicht zwei Milliarden, wenn sie gar ihr volles Erwerbstätigkeitsvolumen ausschöpften – selbstverständlich zu Männer-Löhnen.

 

Aber die Lust ist zurzeit nicht vorhanden. Sie können, aber müssen nicht. Sie tun es nicht, weil mehr Brutto durch erweiterte Erwerbstätigkeit aus steuerlichen Gründen nicht auch mehr Netto bedeuten würde. Und sie tun es nicht, weil sie vom Sozialsystem privilegiert behandelt werden, vor allem von der AHV.

 

Die AHV-Beiträge von verheirateten Nichterwerbstätigen gelten als bezahlt, wenn der Ehegatte Beiträge von mindestens der doppelten Höhe des Mindestbeitrages (956 Franken pro Jahr) bezahlt hat. Das während einer Ehe erzielte Einkommen wird beiden Ehegatten je hälftig zugeschrieben, also auch dem nichterwerbstätigen Teil (Splitting). Die Beitragsbefreiung und das vorgenommene Splitting führen dazu führen, dass ein gutverdienender Ehegatte eine volle zweite Rente generieren kann – ohne dass der Ehepartner je erwerbstätig gewesen wäre oder Kinder grossgezogen hätte.

 

Frauen, deren Gatte verstorben ist, haben in unterschiedlichen Konstellationen Anspruch auf eine unbefristete Witwenrente im Umfang von 80 Prozent der Altersrente: Verheiratete, wenn sie ein oder mehrere Kinder haben (Alter irrelevant) oder wenn sie über 45 Jahre alt sind und während mindestens fünf Jahren verheiratet waren. Geschiedene, wenn sie Kinder haben und die Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat oder wenn sie zum Zeitpunkt der Scheidung älter als 45 waren und die Ehe mindestens zehn Jahre gedauert hat oder wenn das jüngste Kind nach dem 45. Geburtstag der Mutter das 18. Lebensjahr vollendet hat. Erfüllt eine geschiedene Frau keine dieser Voraussetzungen, hat sie Anspruch auf eine Witwenrente, solange sie minderjährige Kinder hat.

 

Ökonomen führen ins Feld, dass es diese – gerade für kinderlose Frauen – grosszügige Gewährung von Witwenrenten ist, die bei ihnen wenig Neigung aufkommen lässt, ihr Erwerbspotential auszuschöpfen.

 

Die Witwen am Pranger der unerbittlichen ökonomischen «Erbsenzähler»: Sie sind angeblich schuld, weshalb die seit Jahrzehnten durch Bundesgerichtsentscheid belegte «Heiratsstrafe» keine sein soll: Mit 1,6 bis 1,7 Milliarden Franken sind die Ausgaben für rund 150'000 Witwen- und 2000 Witwerrenten offenbar etwas grösser, als die Summe, mit der verheiratete Paar gegenüber Konkubinatspaaren bestraft werden. Kurz: «Heiratsstrafe» stimmt nur, wenn die Witwen und Witwer leer ausgehen würden oder mit geringeren Renten auskommen müssten.

 

Zusammengefasst: Neben dem Steuersystem gehen ungünstige Anreizwirkungen für Zweitverdiener unter anderem von der AHV aus.  Eine zukünftige AHV-Reform könnte deshalb das Splitting auf Paare mit Kindern beschränken und die Erziehungsgutschriften gemäss Kinderzahl abstufen. Ebenso denkbar wäre längerfristig die Einführung einer vom Zivilstand unabhängigen AHV sowie eine grundlegende Reform des Kinder- und Familiensubventionssystems zur verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie (so steht es in einer Studie Seco/Universität Luzern). Ob dies so stimmt, scheint allerdings fraglich.

 

Denn andere helfen mit, dass nicht sein muss, was allenfalls sein kann, nämlich das Erwerbspotenzial zu vergrössern, wo es möglich ist:

 

Berufliche Vorsorge (BV): Die ausgerichteten Ehegattenrenten, die in der Regel an Frauen gehen, machen in der BV annähernd vier Milliarden aus. Aber im Gegensatz zur AHV gelten bei der BV dafür dieselben Voraussetzungen für Witwen und Witwer.

 

Invalidenversicherung (IV): Knapp jeder zweite Rentenbezieher bezieht neben der IV auch noch eine Rente der BV. Ist die Invalidität Folge eines Unfalls, zahlt zudem die Unfallversicherung eine Rente. Gibt es unterhaltspflichtige Kinder, besteht auch Anspruch auf eine IV-Kinderrente von 40 Prozent der Hauptrente sowie eine Kinderrente der BV von 20 Prozent der Hauptrente. Nach Angaben des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) richtete allein die IV 2016 rund 72'400 Kinderrenten im Umfang von monatlich knapp 40 Millionen Franken aus, fast eine halbe Milliarde im Jahr

 

Ergänzungsleistungen (EL) zur IV: Geringe Erwerbsanreize bestehen nicht nur bei der (Wieder)-Eingliederung von Rentenbeziehenden, sondern überdies beim Partner. Grund dafür ist die bei Ehepaaren angewandte gemeinsame Ermittlung der EL. Einkommen des nichtinvaliden Ehegatten werden ebenfalls privilegiert nur zu zwei Dritteln angerechnet.

 

Unfallversicherung (UV): Ähnlich wie bei der AHV sind Witwen gegenüber Witwern bessergestellt. Und der Leistungsumfang von Witwen von Unfallopfern ist bedeutend weiter gefasst als für Witwer.

 

Familienzulagen: Auch Familienzulagen haben einen Einkommenseffekt, der – u.a. in Kumulation mit Leistungen anderer Sozialversicherungen – den Druck auf vollständige Erwerbstätigkeit schmälert und die traditionellen Geschlechterrollen zementiert.

 

Bei den Kinderzulagen wird mit verschiedenen Ellen gemessen

Seit 2011 führte die Zentrale Ausgleichsstelle in Genf ein zentrales Familienzulagenregister, um Mehrfachzahlungen zu verhindern. Das Aufdecken von Mehrfachzahlungen bringt den Kantonen Einsparungen in der Höhe von geschätzten 50 bis 60 Millionen Franken. Teils sehr grosszügige Mehrfachzahlungen je Kind gibt es trotzdem – aus den Kassen diverser Sozialwerke.

 

Der Aufbau des Registers kostete seinerzeit 3,8 Millionen und für dessen Unterhalt werden jährlich rund 2 Millionen aufgewendet. Mit dem neuen zentralen Familienzulagenregister konnten bereits in den beiden ersten Jahren 2011 und 2012 rund 46’000 Fälle mit Mehrfachbezug aufgedeckt werden. Ausserdem sollen dank dem Register geschätzte rund 24'000 Familienzulagen präventiv verhindert worden sein.

 

2016 (jüngste Angaben) haben 1,3 Millionen Beziehende 1,8 Millionen Kinder-, Ausbildungs- Geburts- und Adoptionszulagen im Gesamtbetrag von 5,7 Milliarden Franken erhalten, inkl. der separat geführten Kinder- und Ausbildungszulagen in der Landwirtschaft. Dies ergibt einen Durchschnitt von 365 Franken pro mo